Deutsche Internationale Schule Tbilissi

11/03/2021

Wir setzen unsere Interviewserie mit den Mitgliedern des Vorstands des Trägervereins der Schule fort. Folgen Sie uns und erfahren Sie mehr über unsere deutschen und georgischen Vorstandsmitglieder, ihre ehrenamtliche Arbeit am Aufbau der Deutschen Internationalen Schule Tbilissi und ihren Blick auf die weitere Entwicklung der Schule. Diesmal sprechen wir mit dem Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden, Giorgi Batlidze. Viel Spaß beim Lesen!

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland? Wie sind Sie dazu gekommen, sich für ein deutsches Schulangebot in Georgien zu engagieren?

In den achtziger Jahren, noch zu sowjetischen Zeiten, gab es in Tbilissi die renommierte 6. Deutsche Schule, die als Vorreiterin einer demokratisch-liberalen Bewegung galt. In dieser Schule wurde intensiv Deutsch gelernt. Deutsch war also meine erste Fremdsprache. Später wollte ich Rechtsanwalt werden und habe ein Jurastudium begonnen. Mein Studium in Deutschland war für mich eine natürliche Weiterentwicklung meiner von der deutschen Sprache geprägten Schulzeit. Hinzu kommt, dass die georgische Gesetzgebung, insbesondere im Privatrecht, stark an deutsche Rechtskonzepte angelehnt ist. Zu guter Letzt habe ich dann auch meine Frau, eine deutschsprachige Juristin, während des Studiums in Deutschland kennengelernt.

Nach Abschluss des Studiums und meiner Rückkehr nach Georgien wollte ich mich in irgendeiner Weise für die deutsch-georgischen Beziehungen engagieren – auch als Dank für die erlebnisreichen Studienjahre in Göttingen. Außerdem war es mir wichtig, weiterhin Kontakt zur deutschen Community zu pflegen. Eher zufällig habe ich von der Absicht erfahren, in Georgien eine Deutsche Auslandsschule zu gründen und dachte mir, dass ich als Jurist dazu einen nützlichen Beitrag leisten könnte. So wurde ich Ende 2009 zum Gründungsmitglied der Vereinigung zur Gründung und Förderung der Deutschen Internationalen Schule Tbilissi.

Wie erinnern Sie sich an die allererste Zeit der Schulgründung?

Der Anfang war extrem spannend, mit vielen Herausforderungen und Ungewissheiten! Wir hatte nichts, was eine Schule ausmacht – keine Organisation, kein Gebäude, keine Lehrer und keine Kinder. Aber wir hatten Entschlossenheit und einen gesunden Optimismus. Und, das war vielleicht das Wichtigste, wir hatten die Unterstützung und das Vertrauen der Eltern.

Wie hat sich die Schule seither aus Ihrer Perspektive entwickelt? Und was sind jetzt die größten Herausforderungen aus Ihrer Sicht als Vorstandsmitglied?

Die Schule hat schon einen langen Weg hinter sich, obwohl wir uns immer noch in der Aufbauphase befinden. Wir haben mittlerweile ein etabliertes Schulwesen, engagiertes und qualifiziertes Personal, eine wachsende Kinderzahl und, wie ich finde, den schönsten Schulcampus in Georgien. Die größte Herausforderung ist für mich die Stärkung und Weiterentwicklung der Institution. Mit Spannung schaue ich auf unsere ersten Abiturientinnen und Abiturienten, die bald die Schule verlassen und weitere Bildungswege beschreiten.

Wie sieht Ihre konkrete Arbeit für die Schule aus? Können Sie dazu einen kurzen Einblick geben?

Durch meinen beruflichen Hintergrund bin ich für die juristischen Angelegenheiten der Vereinigung zuständig. Wir pflegen eine intensive Vorstandsarbeit, in der wir in enger Kooperation mit der Schulleitung über die wesentlichen und strategischen Fragen der Schulentwicklung beraten und entscheiden.

Die Arbeit im Vorstand ist ein unbezahltes Ehrenamt. Was sind Sie von Beruf und wo arbeiten Sie, wenn Sie nicht gerade für die Schule aktiv sind?

Ich bin praktizierender Anwalt und Partner in einer der führenden Anwaltskanzleien in Georgien (BLC).