Deutsche Internationale Schule Tbilissi

19/03/2021

Wir setzen unsere Interviewserie mit den Mitgliedern des Vorstands des Trägervereins der Schule fort. Folgen Sie uns und erfahren Sie mehr über unsere deutschen und georgischen Vorstandsmitglieder, ihre ehrenamtliche Arbeit am Aufbau der Deutschen Internationalen Schule Tbilissi und ihren Blick auf die weitere Entwicklung der Schule.

In der letzten Folge sprechen wir mit dem Vorstandsmitglied Thea Tabagari. Viel Spaß beim Lesen!

Welche Beziehung haben Sie zu Deutschland? Wie sind Sie dazu gekommen, sich für ein deutsches Schulangebot in Georgien zu engagieren?

Ich bin als junge Studentin nach Deutschland gegangen, an die Universität Stuttgart, und erinnere mich, dass ich erst einmal einen richtigen Kulturschock hatte: die Freiheit an der Universität und die geforderte Selbstständigkeit waren mir zunächst sehr fremd. Aber ich habe mich eingelebt und mein Studium der Germanistischen Linguistik erfolgreich abgeschlossen – das war nicht einfach für eine Nicht-Muttersprachlerin. Daneben hatte ich immer Jobs zur Finanzierung meines Studiums: ich habe gekellnert, in einem Reisebüro und später dann bei Mercedes gearbeitet. Im Anschluss an mein Studium bin ich nach Georgien zurückgekehrt. Von einem deutschen Schulangebot konnte damals noch nicht die Rede sein. Aber nach den prägenden Jahren des Studiums in Deutschland war es für mich später dann ganz natürlich, sich für so etwas einzusetzen.

Wie erinnern Sie sich an die allererste Zeit der Schulgründung?

Ich gehöre nicht zu den Gründerinnen der Schule, habe die Schulentwicklung aber von Beginn an mit Interesse und Sympathie verfolgt. Anfang des Jahres 2016 bin ich dann in den Vorstand gewählt worden, damals war mein ältester Sohn bereits in der Sekundarstufe der Deutschen Internationalen Schule.

Wie hat sich die Schule seither aus Ihrer Perspektive entwickelt? Und was sind jetzt die größten Herausforderungen aus Ihrer Sicht als Vorstandsmitglied?

Die Schule hat sich sehr dynamisch entwickelt: die Schülerzahlen sind kontinuierlich gewachsen, nach vielen Jahren in wechselnden Mietgebäuden verfügen wir über einen schönen Schulcampus und bald macht unser erster Jahrgang die Abiturprüfungen. Ich bin sehr gespannt, welche Wege unsere Jugendlichen dann gehen werden! Die Veränderungen des Lernens und Lehrens durch die Pandemie sehe ich als große Herausforderung, aber auch als Chance für die Schule: Welche Erkenntnisse aus dieser Zeit können wir mitnehmen in den Schulalltag von morgen?

Wie sieht Ihre konkrete Arbeit für die Schule aus? Können Sie dazu einen kurzen Einblick geben?

Ich habe gleich nach meinem Einstieg in die Vorstandsarbeit das Baumanagement unterstützt, weil ich dazu aus meiner beruflichen Tätigkeit einige Erfahrung einbringen konnte. Außerdem berate ich in Fragen des Personalmanagements sowie der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Arbeit im Vorstand ist ein unbezahltes Ehrenamt. Was sind Sie von Beruf und wo arbeiten Sie, wenn Sie nicht gerade für die Schule aktiv sind?

Zu der Zeit, als ich mein Studium abschloss, wusste man noch nicht so recht etwas anzufangen mit Geisteswissenschaftlern in der Wirtschaft. Aber ich war immer schon eher ein mathematisch-technisch denkender Mensch und habe dann fast zehn Jahre lang im Bankensektor gearbeitet. Derzeit bin ich für das georgische Unternehmen „Luca Polare“ tätig und unterstütze da vor allem den Weg ins internationale Geschäft. Außerdem engagiere ich mich seit Kurzem in der Schweizer Stiftung BPN (Business Professionals Network) für den Aufbau von Kleinunternehmen in Georgien.